Der Begriff Holzblasinstrument wird umgangssprachlich für Instrumente verwendet, bei denen die Tonerzeugung über eine Schwingung der Luftsäule mittels Luftblatt oder Rohrblatt erzeugt wird. Die Luftsäule wird durch das Hineinblasen in das Instrument erzeugt. Daher kommt auch der volkstümliche Ausdruck des Blasinstrumentes. Vor allem der Begriff Holzblasinstrument ist hier oft extrem irreführend. Die landläufige Meinung besteht darauf, dass Holzblasinstrumente auch Holz gefertigt sein müssen. Die die ersten noch erhaltenen Flöten der Menschheit bestanden beispielsweise aus Knochen. Viele der heutigen „Holzblasinstrumente“ werden beispielsweise aus Kunststoff oder Metall hergestellt. Der Begriff Holzblasinstrument kann also bisweilen durchaus zu Verwirrung auf diesem Gebiet führen. Auf der anderen Seite gibt es wiederum Blechblasinstrumente, bei denen der entscheidende Bestandteil des Instrumentes, der Zink, aus Holz besteht. Man sieht also, dass sich eine genaue Abgrenzung der Holzblasinstrumente von den Blechblasinstrumenten durchaus schwierig gestaltet.
Allerdings lässt sich – zwar stark vereinfacht – durch eine Beschränkung auf die wesentlichen Merkmale, dennoch eine Charakterisierung der typischen Holzblasinstrumente erstellen. Diese typischen Holzblasinstrumente zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in der Regel vom Spieler direkt mit dem Mund geblasen werden. Die Tonhöhe hängt dabei von der Länge der Luftsäule im Inneren des Holzblasinstrumentes ab. Desto kürzer diese Luftsäule ist, desto höher wird der Ton, den sie erzeugt. Die Länge der Luftsäule kann vom Spieler künstlich variiert werden, indem die Luftlöcher mit den Fingern oder mit der Hilfe von Klappen verschlossen werden. So werden dann die unterschiedlichen Töne erzeugt. Zu diesen klassischen Holzblasinstrumenten zählen unter anderen Flöten, Klarinetten, Fagotte und Saxophone.
Die Definition der Holzblasinstrumente kann allerdings dahingehend gehend erweitert werden, dass man unter die Kategorie Holzblasinstrumente all jene Instrumente fasst, die nur jeweils eine bestimmte Tonhöhe erzeugen können, da sie nicht über Luftlöcher oder Klappen zur Regulierung der Tonhöhe verfügen. Solche Instrumente sind beispielsweise die Panflöte und die Trillerpfeife, wobei es sich ja bei der Panflöte streng genommen nicht um das ganze Instrument handelt, sondern die einzelnen Pfeifen jeweils als einzelne Luftsäulen fungieren. Zu dieser Art der Holzblasinstrumente gehört beispielsweise auch die Orgel, bei der die Tonerzeugung über viele einzelne Orgelpfeifen erfolgt. Konkret handelt es sich hierbei um die Labialpfeifen einer Orgel.
Im weiteren Sinne kann auch noch eine andere Instrumentengruppe den Holzblasinstrumenten zugeordnet werden. Es handelt sich dabei um Instrumente, die zwar auch über eine Luftsäule im Inneren verfügen, bei denen die Tonerzeugung jedoch anders verläuft. Hier wird die Tonhöhe durch die Eigenfrequenz einer elastischen Zunge beeinflusst. Auch hier handelt es sich um Instrumente, die auf Grund des Fehlens der Tonlöcher nur einen einzigen Ton erzeugen. Die Zunge wirkt sich nämlich im Wesentlichen auf Resonanz und Klangfarbe aus und nicht auf die Höhe des Tones. Zu diesen Instrumenten gehören die Bordunpfeifen einer Sackpfeife sowie die Zungenpfeifen einer Orgel. Da diese Zungeninstrumente vom Aufbau und vom Klang her den Rohblattinstrumenten wie Klarinette und Oboe ähneln, werden diese häufig mit jenen verwechselt.